Wo ganz oben noch leistbar ist.

Mein erster Pick Up hatte 83 PS, dieser hier hat 258 PS. Meiner beschleunigte in wenigen Minuten auf Tempo 100, diesem hier gelingt das in wenigen Sekunden und während bei meiner Doppelkabine auch mit Rückenwind bei Tempo 120 Schluss war sind hier echte 200 drin bevor die Elektronik den Vortrieb pflichtbewusst stoppt.

Frei von Design Spielereien, markiert der Amarok V6 seine Stärke schon am Stand.

Damals vor 30 Jahren war man nicht nur langsamer, sondern auch deutlich unbequemer unterwegs. Gut, auch die durchgehende Sitzbank mit ihrem brüchigem Kunststoffbezug hatte ihre Vorteile, den Komfort den die Amarok Sitze heute bieten, fand man damals aber nicht einmal in der S-Klasse.

Besser sitzt man zur Zeit in keinem anderen Pick Up.

All dieser Fortschritt hat nichts daran geändert, dass die heimische Campinggemeinde dem Thema Pick-Up fallweise immer noch mit Vorbehalt begegnet, ohne eigentlich zu wissen warum, während unsere deutschen Nachbarn den Pick Up frei von steuerlichen Vorteilen gerade als ideales Zugfahrzeug entdecken. Zu erkennen ist dies unter anderem daran, dass viele Wohnwagenmagazine einen Pick Up auf der Titelseite tragen.

Dieser Pick Up hätte auch mit einem doppelt so schweren Bürstner Wohnwagen Modell keinerlei Probleme.

Ein moderner Pick Up wie der Amarok fährt sich besser als so manches SUV, bremst ähnlich gut, ist mit knapp 5,3 Metern Länge auch für Städter noch so einigermaßen alltagstauglich und tanzt selbst beim Verbrauch nicht aus der Reihe. Zusätzlich ist die Spezies der Pick Up Modelle extrem belastbar, in der Regel auch für fünf Personen ausreichend geräumig, zugkräftig und speziell für Unternehmer in der Anschaffung in Wirklichkeit ziemlich günstig.

Wer regelmäßig ins Gelände fährt gönnt dem Unterboden die eine oder andere Schutzplatte, wie sie beispielsweise Taubenreuther im Programm hat.

All das gilt auch für das neue Amarok Topmodell Aventura, das je nach Ausführung (VW bietet hier unterschiedliche Federungsstärken für die Hinterachse an) bis zu 3,5 Tonnen schleppen und maximal 734 Kilogramm zuladen darf.  Sollte dies immer noch nicht ausreichen, so gibt es zwischenzeitig eine Möglichkeit dem Amarok auf 3,5 Tonnen höchst zulässiges Gesamtgewicht aufzulasten und somit mehr als eine Tonne Nutzlast zu realisieren.

 

Chrom an der Heckstoßstange ist beim Aventura Standard.

Möglich gemacht hat dies Dr. Ing. Ulrich Gehrke-Hoog, Insidern besser bekannt als der Mann hinter den Amarok XXL Luxus Kabinen namens GEHOcab. So gerüstet taugt der Amarok auch nach Wegfall der Option einer Einzelkabine für den Aufbau bekannter Kabinen von Tischer, bimobil oder natürlich auch von Geocar (die auch ohne Auflastung).

Ergonomisch ziemlich perfekt und mit zahlreichen Ablagen gesegnet zeigt sich der Fahrerplatz.

Serienmäßig ist der Amarok auch ziemlich geländetauglich. Nur am Papier schmerzt es bei der Wahl der großartigen Achtgangautomatik auf ein Untersetzungsgetriebe verzichten zu müssen. In der Praxis sind es immer erst die Reifen und dann die Bodenfreiheit die den Vortrieb stoppen, wer grobes Profil an den Felgen und Schutzplatten am Unterboden hat, kommt mit dem Pick Up auch dort noch weiter, wo der Selbstschutz längst einen Riegel vorschiebt und das ohne Untersetzung dafür aber mit einer 100% Sperre in der Hinterachse.

Der Amarok ist zwar nicht länger, dafür aber eine Spur breiter als seine direkten Mitbewerber.

Nur wer den ganzen Tag schwere Anhänger zu Tal schleppt, wird zum manuellen Sechsganggetriebe samt Untersetzung greifen und mit 163 PS (ebenfalls aus sechs Zylindern) das Auslangen finden. Einzig die Idee Ketten an allen vier Rädern zu montieren, gilt es zu vergessen, da Volkswagen die Nutzung von Ketten ausschließlich für die Hinterachse gestattet. In Sachen Wintercamping gibt es dennoch kaum ein besseres Zug- / oder Trägerfahrzeug, da der lange Radstand eine hohe Stabilität sicher stellt und natürlich hat auch der Amarok zahlreiche elektronische Heinzelmännchen zu bieten die ihn auch unter widrigen Bedingungen in der Spur halten.

Aus dieser Perspektive wirkt der Pick Up geradezu zierlich. Wer dauerhaft mit einem Wohnwagen unterwegs ist, kommt auch beim Amarok nicht um Rückspiegelverbreiterungen herum.

Auch wenn der Amarok als Aventura Oberklasse Komfortausstattung bereithält, die mit Ausnahme einer Abstandsregelung für den Tempomat und einem Schiebedach fast alle Kundenwünsche erfüllt, ist auch das Topmodell immer noch leistbar, speziell für all jene die den Amarok als Firmenauto nutzen.

Die Reserven die die Ladefläche hinsichtlich der Zuladung bietet, zeigen sich im unbeladenen Zustand auch durch ein leicht erhöhtes Heck.

Vollgepackt mit allen Extras (inkl. Standheizung, Laderaumabdeckung, Ledersitzen,  Anhängevorrichtung etc.) bringt es der immer von der Normverbrauchsabgabe verschonte Amarok auf 64.771,- Euro, ein Betrag von dem Unternehmer die Umsatzsteuer abziehen können womit der Pries auf 53.976,- Euro reduziert wird. Dieser Vorsteuerabzug gilt aber nicht nur für die Anschaffung, sondern auch für alle Betriebskosten, Ersatzteile, Reifen etc. Nur an der Versicherung ändert sich nichts, da diese keine USt. beinhaltet. Weiter sparen lässt es sich durch die kurze Abschreibdauer von nur fünf Jahren und zahlreiche andere der LKW Typisierung geschuldeten Vorteile. Vorsicht ist nur bei der gewerblichen Nutzung als Zugfahrzeug geboten, in diesem Fall wird ein Fahrtenschreiber obligat. Über die Details dazu informieren die VW-Nutzfahrzeughändler.

Diese Scheinwerfer machen die Nacht mühelos zum Tag.

14 Tage lang stand der Aventura der “ichcampe“ Redaktion zur Verfügung. In dieser Zeit konsumierte er bei durchwegs sehr zügiger Fahrweise knappe 11 Liter Diesel auf 100 Kilometer, hatte mit dem zu Testzwecken gezogen 1,3 Tonnen schweren Bürstner Wohnwagen (zur Verfügung gestellt von Alro Camping im niederösterreichischen Warth) stets leichtes Spiel und kletterte auch im Gelände viel weiter voran, als man dies von einem Auto mit 20 Zoll Felgen und Supersportreifen vielleicht vermuten würde.

Wer hinsichtlich der Aufbauwünsche mit der Ladefläche nicht klar kommt, kann diese auch vollständig demontieren und sofern vom TÜV akzeptiert auch andere Aufbauten montieren.

Was sich in den vierzehn Tagen auch gezeigt hat, ist die wunderbare Eignung des Pick Up für den Camping Bereich, da auch bei voller Besetzung und einem XL Wohnwagen am Haken auf der Ladefläche immer noch Platz für sperriges Sportgerät bleibt. Die kompakte Doppelkabine erlaubt auch den Aufbau eines Dachzeltes und natürlich kann unter Zuhilfenahme eines Hardtops ein riesengroßer Kofferraum geschaffen werden. Der Fantasie sind somit weit weniger Grenzen gesetzt als dies bei einem normalen Van der Fall ist.

INFO: www.vw-nutzfahrzeuge.at

Das könnte Dich auch interessieren …