Vieles scheint möglich.

Mit zwei TGE Studien wagte sich MAN auf die CMT 2018.

In der ganz großen Klasse, jener der Weltreisemobile, genießt MAN längst einen ausgezeichneten Ruf, mit dem neuen TGE ließe sich dieser künftig auch im Kastenwagensegment erarbeiten. Mit dem TGE hat MAN erstmals in seiner Geschichte ein Fahrzeug in der 3,5 Tonnen Klasse zur Verfügung und trifft damit nicht nur auf die gleichermaßen hauseigene wie baugleiche Konkurrenz in Form des VW Crafter sondern auch auf fixe Campergrößen wie Fiat Ducato, Mercedes-Benz Sprinter, Iveco Daily, Ford Transit oder Renault Master um nur die wichtigsten Modelle zu nennen.

Kuschelfrei – nach getaner Arbeit finden hier zwei Personen einen bequemen Schlafraum vor. Anstatt der Motorradrampe ließe sich hier beispielsweise auch ein Ausziehboden einbauen.

Anstatt sich jedoch zurückzulehnen und künftig nur bestehenden Truck Kunden den TGE als Ergänzung nach unten hin anzubieten, hat man sich bei MAN der eigenen Stärken besonnen und den Weg nach vorne angetreten. Gestützt durch die in Fachkreisen für Qualität und Innovation bekannte MAN Edelschmiede BMC (Bus Modification Center) und mit Hilfe zahlreicher Partner aus dem bayrischen MAN Einzugsgebiet, hat man sich nach erfolgter Fertigstellung zweier rollender Hightech Büros auf TGE Basis jetzt erstmals zu Camper Studien durchgerungen.

Frei von unnötigem Schnörkel wirken die widerstandsfähigen Oberflächen der Einbauten schlicht und elegant. Leicht zu reinigen sind sie natürlich auch.

Die auf der CMT gezeigten Studien basieren dabei auf dem 177 PS starken Topmodell mit Standard-Radstand und Hochdach. Trotz identer Basis, gehen die beiden Modelle hinsichtlich der Ausrichtung sehr unterschiedliche Wege. Die in leuchtendes blau gehüllte Studie versteht sich dabei als aufgewertetes Begleitfahrzeug, wie es beispielsweise bei Schwertransporten zum Einsatz kommt.

Das kräftige Blau lässt auf den ersten Blick Reisestimmung aufkommen. Ganz egal wohin es auch gehen mag.

So kann dieses Modell recht einfach mit zusätzlichen Möbeln ausgestattet werden, wenn dies gewünscht wird. Beste Voraussetzungen liefert die Studie aber auch dann, wenn es darum geht ein Motorrad oder eine ganze Menge Fahrräder zu transportieren. Für MAN ergibt sich damit ein guter Mix aus beruflicher und privater Nutzungsmöglichkeit, auch wenn ganz bewusst viel Raum für Individualisierung freigehalten wurde.

Mit Aufstelldach, Markise, hoher Luftansausgung und leicht modifiziertem Fahrwerk lockt dieser MAN auch als Begleiter für Reisen abseits aller Straßen.

Ganz anders die in weiß gehaltene Studie die im Prinzip einem voll eingerichteten Campervan entspricht. MAN hat hier nicht nur eine komplette Innenausstattung samt Nasszelle montiert, sondern auch ein Aufstelldach integriert. Damit bietet sich die Chance diesen Van auch mit vier Personen nutzen zu können auch wenn das Aufstelldach vermutlich nicht die erste Wahl für passionierte Wintercamper darstellen dürfte. Genauso wie bei der nutwertoptimierten Studie will MAN aber auch hier nur eine ordentliche Basis bereitstellen die nach einem Feinschliff anhand der eigenen Wünsche geradezu schreit. Ideen dazu liefern nicht zuletzt die grobstolligen Reifen und die dezente Fahrwerkshöherlegung.

Diese Perspektive des Innenraums macht eine Unterscheidung vom Mitbewerb schon ziemlich schwer.

Im Gespräch mit Nikolas Waldura, verantwortlich für die Presseaktivitäten rund um den MAN TGE, ergibt sich dann auch ein erster Einblick, wie sich MAN die Fertigung solcher Modelle vorstellen könnte. Aus logistischen Gründen, will man dabei keinesfalls Einzelstücke im Kundenauftrag bauen, wohl aber den einen oder anderen Ausbauer dazu motivieren, auf einen MAN als Basis zu setzen. Auch über die Fertigung von Kleinserien im Lohnauftrag eines Ausbauers, ließe sich aus der Sicht von MAN diskutieren. In Zeiten, in denen Platz an Montagebändern ein rares Gut darstellt, vielleicht eine auch für große Marken nicht uninteressante Idee.

Durchdacht und auch weitreichend isoliert, zeigt sich die TGE Studie hinter den Hecktüren.

Begeistert zeigten sich auf der CMT nicht nur die Besucher von den beiden MAN Studien, auch die Herren vom Kompanja (zufällig am Nebenstand) konnten nicht anders als ständig zum MAN Stand rüber zu schielen. Vielleicht bekommt der Renault Trafic von Kompanja somit schon bald einen großen Bruder, in Form des MAN TGE zur Seite gestellt. Für mich eine in vielerlei Hinsicht durchaus reizvolle Vorstellung. INFO: www.truck.man.eu

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