Gut Ding braucht Weile.

Man schrieb das Jahr 1984 als Iveco zuletzt einen Daily 4×4 Kastenwagen präsentierte, den die Italiener von der ersten bis zur letzen Schraube selbst gefertigt haben. Jetzt sieht es erstmals so aus, als ob ein würdiger Nachfolger vor der Türe stehen würde.

Es braucht nicht viel Fantasie, um hier eine spannende Basis für einen großen Campern zu erkennen.

Die Themen 4×4 und Daily gehören bei Iveco schon lange zusammen. Am Anfang und das ist jetzt schon ziemlich lange her, baute Iveco die Allradmodelle des Daily selbst. In Österreich, erfreuten sich die vorwiegend mit kurzem Radstand ausgelieferten Modelle, speziell bei der Post großer Beliebtheit was dazu führte, dass sie in ihrem zweiten Leben von vielen Weltreisenden entdeckt und fortan gehegt und gepflegt wurden. Viele Jahre später machte man sich im heimischen Tirol daran einen Allradantrieb für den Daily zu entwickeln was im Prinzip auch ganz gut gelang.

Als Freund der Extreme (Straße oder Gelände) überrascht es mich fast, wie gut mir das homogene Erscheinungsbild des neuen Modells gefällt.

Nur bei der Bodenfreiheit verlangte die Achleitner Ausführung nach Kompromissen. Hier durfte man zwischen sehr überschaubarer Lebensdauer der Vorderachse bei ordentlicher Bodenfreiheit und einer langen Lebensdauer bei niedriger Bodenfreiheit wählen. Es ging um einen Winkel in der Vorderachse der irgendwie nie passen wollte. Iveco reagierte auf diese Problematik mit einem echten Offroad Modell, das die Spezialisten von Scam entwickelt haben und bis heute bauen. Gleichzeitig machte man die Achleitner Version zum offiziellen „Straßenallrad“, wie er bis heute von vielen Feuerwehren im In- und Ausland nachgefragt wird.

Sofern Iveco aus der Vergangenheit gelernt hat, sollte es mit der Haltbarkeit der angetriebenen Vorderachse keine Probleme mehr geben.

Mitte September, unter strenger Beobachtung durch die internationale Fachpresse, präsentierte Iveco einen neuen Daily 4×4. Nicht im gleißenden Scheinwerferlicht der Messehallen, sondern draußen vor der Türe weit ab der frequentierten Routen der weltgrößten Nutzfahrzeugmesse. Dem Zufall ist es zu verdanken, dass mir dieser Tage ein Bild eines Daily Kastenwagens in die Hände fiel, dessen 4×4 Beklebung mich dazu bewegte dieser offensichtlichen „Fälschung“ auf den Grund zu gehen.

Einen Daily Kastenwagen mit langem Radstand hat es zuvor bereits mit Elektro- und Erdgasantrieb, nicht jedoch mit Allradantrieb gegeben. Das soll sich jetzt grundlegend ändern. Iveco hat sich im Zuge dieser Entwicklung zudem dazu entschieden, auch das 4×4 Modell künftig selbst zu bauen und so schneller aber vermutlich auch günstiger (das ist nur eine Vermutung die darin wurzelt, dass die Abläufe jetzt kompakter und damit auch effektiver sein sollten) als bisher liefern zu können. Zusätzlich muss der 4×4 Kunde künftig nicht mehr mit verschiedenen Ansprechpartnern, sondern nur noch mit seiner Iveco Werkstatt konferieren, wenn einmal etwas nicht passt. Ausgestattet mit der 180 PS Dieselmotorisierung, darf beim Daily zwischen einer Achtgangautomatik und einem manuellen Sechsganggetriebe gewählt werden. Beide Getriebevarianten verfügen zudem über ein Untersetzungsgetriebe. Freie Wahl hat der Kunde auch zwischen einer offroad orientierten Version mit Single Bereifung und der straßenorientierten Variante mit Zwillingsbereifung.

Nach der angekündigten Rückkehr von GAZ, der nächste erfreuliche Schritt, in Richtung mehr Auswahl beim Basisfahrzeug.

Angeboten in den Gewichtsklassen 3,5 / 5,5 und 7,5 Tonnen (laut letzten Informationen wird es die 3,5 Tonnen Variante in Österreich nicht geben) sind bis zu 4,3 Tonnen Nutzlast darstellbar, womit der Daily in dieser Hinsicht auf Augenhöhe mit dem (nicht als Kastenwagen erhältlichen) Fuso Canter 4×4 agiert. Für die Reisebranche und hier speziell für all jene die lieber mit einem großen Campervan, als mit einem echten LKW losfahren, bietet die Iveco Kastenwagenvariante bis zu 18 Kubikmeter Laderaum. Mit weiteren Details hinsichtlich Produktionsstart, technischer Ausstattung etc. ist in den nächsten Monaten zu rechnen, dann wird Iveco vermutlich auch erstmals Preise nennen. Wir bleiben dran.

INFO: www.iveco.com

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